M1 · Visualisierung, Graphik und Interaktion · Projektarbeit MBM · PH Weingarten

PISA erkunden – Bildungsgerechtigkeit interaktiv

Ein deskriptives, interaktives Daten-Dashboard (Informationsvisualisierung) auf Basis der PISA-Mikrodaten 2000–2022 für Deutschland, Frankreich und Polen. Länder ein-/ausblenden, Kennzahlen wechseln, Bildungsreformen im Fokus vergleichen und nachvollziehen, wie sich sozial starke und schwache Gruppen getrennt entwickeln.

Forschungsfrage: Wie stark hängt die Mathematikkompetenz von der sozialen Herkunft ab und wie hat sich dieser Zusammenhang zwischen 2000 und 2022 in Deutschland, Frankreich und Polen entwickelt?
Länder (klicken zum Ein-/Ausblenden – gilt für alle Diagramme)
Deutschland Frankreich Polen

Leistungsniveau Mathematik im Zeitverlauf i

Mittlerer PISA-Mathe-Score je Land und Erhebung (2000–2022)

Kennzahl für dieses Diagramm

Getrennt gemessen: sozial stark vs. sozial schwach i

Als wären es zwei getrennte „Länder": das oberste und das unterste sozioökonomische Fünftel (ESCS-Quintile Q5 & Q1) im Mathe-Score über die Zeit.

Jede durchgezogene Linie ist ein Fünftel der Schüler:innen eines Landes. Der schattierte Bereich zeigt den Herkunfts-Abstand (Q5−Q1): Je breiter das Band, desto stärker entscheidet die soziale Herkunft über die Mathe-Leistung.

Die Herkunftsleiter – Momentaufnahme eines Erhebungsjahres

Alle fünf sozialen Fünftel (Q1 = ärmstes … Q5 = reichstes) nebeneinander – ein einzelnes PISA-Jahr als Momentaufnahme. Erhebungsjahr auswählen, um verschiedene Zeitpunkte zu vergleichen (kein durchgehender Verlauf, sondern einzelne Stichjahre).

Erhebungsjahr:

Der Anstieg von Q1 zu Q5 innerhalb eines Landes ist die soziale Ungleichheit. Ein flacher Verlauf = gerechter, ein steiler Verlauf = die Herkunft zählt stark.

Bildungsreformen im Fokus

Eine Reform anklicken – der Graph zeigt dann nur das betroffene Land: die Mathe-Leistung des schwächsten (Q1) und stärksten (Q5) Herkunftsfünftels über alle Jahre, mit einer Markierung im Reformjahr. So wird sichtbar, ob sich die soziale Schere nach der Reform öffnete (ungerechter) oder schloss (gerechter) – und wie lange das dauerte.

Niveau vs. Gerechtigkeit – jedes Land auf einen Blick i

Jeder Punkt ist ein Land in einem Jahr. Waagerecht (→) das Leistungsniveau (Mathe-Schnitt), senkrecht (↑) die Herkunftsbestimmtheit (). Die Punkte eines Landes sind zeitlich verbunden – so entsteht ein „Pfad" durch die Jahre.

Tipp: Am besten oben zunächst nur ein Land aktiviert lassen – so ist der Pfad übersichtlicher und leichter zu lesen.

Die Kernfrage der Studie sichtbar gemacht: Gut liegt ein Land unten rechts (hohe Leistung und gerecht). Ungünstig ist oben links (schwach und ungerecht). Bewegt sich der Pfad eines Landes nach oben, wird es über die Zeit ungerechter; nach rechts, wird es besser im Niveau.

Kurz gelesen: Höhere Durchschnittsleistung heißt nicht automatisch mehr Gerechtigkeit. Polen ist vergleichsweise gerecht (niedriges ), Frankreich zunehmend ungerecht (steigendes R²/β), Deutschland liegt dazwischen – mit einer sich seit 2012 öffnenden sozialen Schere. 2022 fällt das Niveau überall (Corona-Kontext).